Craft Beer Brüssel

Craft Beer in Brüssel (2017)

Ich war ein Wochenende in Brüssel und wollte mir da mal die Bierkultur angucken. Wenn wir in Deutschland sagen, dass wir eine Bierkultur haben, dann sollte man unbedingt mal nach Belgien fahren. 
Das ist der absolute Hammer, was die da an Bierkultur leben, die atmen förmlich Bier. Das Angebot ist riesig, sie haben die unterschiedlichsten Bierstile und die haben auch alle Ahnung. Auch wenn die Karte dann mal so 200–300 Biere hat, dann können die Leute dir trotzdem weiterhelfen. Alle trinken da Bier und zwar rauf und runter — ob Mann ob Frau, spielt keine Rolle.

Deswegen war es umso interessanter das Wochenende dort zu sein und nachdem wir in Brüssel gelandet sind, war der erste Anlaufschritt in der Stadt das Delirium Village. Delirium hat da mehrere Kneipen und Bars in Beschlag genommen. In einer kleinen Seitenstraßen Sackgasse reiht sich wirklich eine Craft Beer Bar an die Nächste. Wir waren zunächst im Delirium Café und allein dort haben sie über 30 Biere am Hahn. Sehr rustikal eingerichtet, auch sehr riesig mit unterschiedlichen Ebenen, wo man sich in die Ecke verkrümeln oder auch zentral sitzen kann. Mit 30 Hähnen bieten sie auch viele Bierstile an und da gab es dann auch ordentliche IPAs. 
Wir sind mit dem Belle Fleur IPA gestartet von De Dochter van de Korenaar und das war wirklich ein wunderbar fruchtiges IPA, schön hopfig, bitter und ging schon ein wenig in die Richtung New England Style — richtig gut gemacht! Wenn man dann da in der Gasse unterwegs ist und sich von einem IPA zum Nächsten schwingt, dann kann das ganz schön gefährlich werden. Das Wort Delirium ist da wirklich Programm, wenn man nicht aufpasst, dann landet man auch da. Ich bin aus der Sackgasse am ersten Tag auch nicht weggekommen, ich habe von um 16 Uhr bis nachts um 1 meine Zeit im Delirium Village verbracht und haben viele IPAs getrunken. Möchte die alle gar nicht groß beschreiben, aber beispielsweise das Chouffe Houblon Triple IPA von der D´Achouffe war dabei oder auch das Jack’s Precious IPA von der The Musketeers Brauerei.

Das war im Prinzip der erste Tage, am zweiten ging es dann zum Brussel Beer Project, das ist eine kleine Brauerei mitten in der Stadt. Von außen denkt man wirklich es ist ein Ladengeschäft, aber wenn man rein geht, steht man schon direkt im Taproom. Auch hier sind wieder 16 Biere am Hahn, wovon nur 3 von anderen Brauereien kommen — die restlichen 13 sind eigene Biere, die teilweise experimentelle Sude waren und daher nur vor Ort zu genießen sind. Hinten durch an Sitzecken vorbei ist der Brau- und Abfüllbereich. Zum Sitzen gibt es da Bierbänke aus Holz, wo man dann die Biere im Zuge einer Brauereiführung verkosten kann. Ich bin mit dem Juice Junkie NEIPA von denen gestartet, ein ganz tolles New England Style IPA. Kaum bitter, extrem fruchtig und wirklich ganz toll. Hab mich dann einmal durch die IPAs dort getrunken. Natürlich habe ich mir dann da auch ein paar IPAs mitgenommen für meine Reise nach Hamburg.

Nach den zwei Tagen, den zwei Brauereien und diversen IPAs aus Belgien, ging es dann nachhause. Leider habe ich nicht daran gedacht für meine mitgenommenen Biere ein Aufgabegepäck zu buchen. Als ich am Check-In war und die Biere in den Koffer gepackt habe, schrie mich der Automat an ich möge doch 45€ dafür zahlen. Da musste ich dann kurz überlegen was ich mache. Aber 45€ für 6 Flaschen Bier, war es mir dann doch nicht wert. Eine Vorort Verkostung war leider aufgrund der Zeit auch nicht möglich und deshalb musste ich für die Biere ein neues Zuhause finden.

Hab am Flughafen dann eine Reinigungskraft gefragt, ob er die Biere haben möchte und er hat sich tierisch gefreut. So habe ich an dem Tag zumindest noch eine gute Tat vollbracht.

Brüssel ist auf jeden Fall eine Reise wert, Belgien an sich definitiv auch. Es gibt da überall unterschiedliche Bierstile zu trinken und zu kaufen, was es hier nicht gibt — das ist wirklich Bierkultur vom allerfeinsten. Ich werde bestimmt mal wieder nach Belgien reisen, dann wahrscheinlich nochmal woanders gucken. Ich trauere zwar immer noch den IPAs hinterher, welche in Belgien bleiben mussten, aber nächstes Mal werde ich sie mitnehmen, ganz bestimmt.

Hopfige Grüße

Marc